Bevor die Coen-Brüder Ethan und Joel mit „No Country for Old Men” gleich vier Oscars gewannen, waren sie kaum mehr als ein Geheimtipp. Doch echten Filmfreaks waren sie spätestens seit „The Big Lebowski“ ein Begriff. Jeffrey Lebowski (Jeff Bridges) ist ein Überlebenskünstler, der ohne Ehrgeiz und Anspruch in den Tag hinein lebt. Von seinen Freunden wird er nur „Dude“ genannt. Sein einziges Hobby ist Bowling. Mit Walter (John Goodman) und Donny (Steve Buscemi) verbringt er seine Zeit damit, auf der Bowlingbahn herum zu lungern.

Da es noch einen anderen, reichen Jeffrey Lebowski (David Huddleston) in der Stadt gibt, kommt es zu einer folgenschweren Verwechslung. Die Frau des reichen Lebowski hat Schulden bei einem Gangster gemacht und dessen Schläger suchen den Dude auf. Da dieser aber kein Geld hat, pinkeln die Verbrecher aus Frust auf seinen Teppich.

Der Dude ist darüber empört und sucht den reichen Lebowski auf, um Schadenersatz zu verlangen. Dieser lässt ihn jedoch abblitzen und hält eine pathetische Rede. Sein Assistent Brandt, genial von Philipp Seymour Hoffman verkörpert, fragt beim Verlassen des Anwesens, wie es denn gelaufen sei. Der Dude behauptet frech, dass er sich einen Teppich aussuchen dürfe und bekommt ihn dann auch tatsächlich.

Schließlich wird Bunny (Tara Reid), die Frau des reichen Lebowski gekidnappt. Der Dude soll das Lösegeld übergeben und nimmt als Unterstützung Walter mit. Der frustrierte Vietnam-Veteran wittert die Chance seines Lebens und kommt mit Waffen und einer leeren Tasche. Er will die Entführer schnappen, aber die Aktion geht gründlich schief. Schließlich stellt sich heraus, dass die Entführung nur vorgetäuscht war.

Das Ende des Films ist so skurril wie die gesamte Handlung. Donny stirbt und wird verbrannt. Beim Verstreuen der Asche bekomme Walter und der Dude die gesamte Ladung ins Gesicht. Danach gehen sie zum Bowling.

Jeff Bridges spielt den Dude mit viel Lässigkeit und Charme. Herausragend ist zudem John Goodman. Der von ihm verkörperte Walter vergleicht alles mit Vietnam, ganz gleich ob dies nun passend ist oder nicht. Wenn sich seine Wut entlädt, trifft es stets den Falschen. Er zerstört z.B. ein Auto, stellt aber dann fest, dass es gar nicht dem Typen gehört, den er bestrafen will.

Die Coen-Brüder haben mit dem Dude einen Anti-Helden geschaffen, der nichts kann und nichts will. Der amerikanische Traum wird damit auf eine hinreißende Weise persifliert. Denn eines kann man Jeffrey Lebowski nicht absprechen: Cool ist der Dude auf jeden Fall!



Bild oben©cote- Flickr.com

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