Stummfilme sind die Grundbausteine Hollywoods, die nicht nur von Komikern wie Charlie Chaplin oder Buster Keaton belebt wurden, sondern auch von wunderschönen Kulissen, Tanzeinlagen und innovativen Ideen. Da es bei Stummfilmen vorwiegend auf die Kameraarbeit ankommt, ist hierbei mal nicht der Blick auf den Regisseur das Wichtigste, sondern der auf Cinematograph Vilmos Zsigmond, der bereits diverse Male für den Oscar nominiert wurde und für seine Arbeit an dem Science Fiction Film “Begegnung der dritten Art” dann auch einen mit nach hause nehmen durfte.
“Louis” hat jedoch nichts mit Aliens und Ufos zu tun, sondern reist weit zurück in die Anfänge des Jazz im New Orleans des Jahres 1907 und erzählt die (fiktive) Geschichte des jungen Louis Armstrong (dargestellt von Anthony Coleman) und seinen ersten Begegnungen mit der Musik.
Louis beobachtet außerdem während seines Unterfangens eine Trompete zu ergattern, die wunderschöne Grace, die versucht sich und ihr Baby vor dem bösen Richter Perry zu retten. Der wird von keinem anderen als Jackie Earle Haley (u.A. “Little Children” und “Watchmen”) in einer Hommage an Charlie Chaplin gespielt und zwar herrlich überzogen, wie es sich für einen richtigen Stummfilmbösewicht gehört.
Zusammen mit großartigen Tanzeinlagen, Slapsticknummern, einer absichtlich blass gehalten Kolorierung und einem nostalgisch schönen Set ist “Louis” ein Märchen nicht nur für Jazzfans.
Und wem das noch nicht zauberhaft genug ist, der wird vielleicht von der Tatsache umgestimmt, dass der Film in den USA mit einem echten Jazz-Orchester durch die Städte reist.
Die Musiker Cecile Licad am Piano und Wynton Marsalis an der Trompete kreieren zusammen mit einem 10-köpfigen Orchester eine Atmosphäre, wie es sie sonst nur in New Orleans gibt und die im modernen Kino Seltenheitswert hat.
Natürlich findet der ganze Spaß erstmal nur in Amerika statt, aber wenn “Louis” erfolgreich genug ist, kann man natürlich hoffen, dass nicht nur die Filmrollen, sondern auch die Musiker ihren Weg nach Europa finden, um dem deutschen Publikum ein Ständchen zu spielen.
Bis dahin heißt es abwarten und sich vom Trailer verzaubern zu lassen.









0 Comments
You can be the first one to leave a comment.