Einsatz von Chip im Ball – notwendig oder überflüssig?


Einsatz von Chip im Ball – notwendig oder überflüssig?

Wir schreiben die 63. Minute im letzten Gruppenspiel zwischen England und der Ukraine. England führt zu diesem Zeitpunkt bereits mit 1:0 durch einen Treffer von Wayne Rooney. Der Ukrainer Marko Devic stürmt auf Englands Torhüter Joe Hard zu und schießt. Der Fussball wird abgefälscht und fliegt über den englischen Keeper herüber. Sämtlichen Zuschauern stockt in diesem Moment der Atem.

Die Spannung ist nicht zu überbieten und der Fussball fliegt immer weiter in Richtung Torlinie. Doch dann springt der Englands Routinier John Terry dem Ball hinterher und klärt ihn im letzten Moment vor der Linie! So jedenfalls entscheidet der Schiedsrichter. Die Fernsehbilder sprechen allerdings eine andere Sprache. Sie beweisen, dass sich der Fussball eindeutig in vollem Umfang hinter der Linie befand. Besonders skandalös ist die Tatsache, dass sich ein Torrichter in unmittelbarer Nähe befand und den regulären Treffer nicht erkannt hatte. Er gab dem Schiedsrichter kein Zeichen, sodass dem Schiedsrichtergespann der wohlmöglich fatalste Fehler der bisherigen unterlief. Für die Ukraine hätte das Tor von eminenter Bedeutung sein können und eventuell sogar den Einzug in die K.o.-Phase ermöglichen können. Diese Szene entflammte die Diskussion über den Einsatz von elektronischen Technologien auf ein Neues.

Ist das Projekt Torrichter gescheitert?
Um Fehlentscheidungen möglichst zu minimieren, setzt die UEFA seit nun mehr drei Jahren sogenannte Torrichter ein. Diese sind auf Höhe der Torlinie positioniert und haben die Aufgabe den Schiedsrichter bei Aktionen in Strafraumnähe zu unterstützen. Zwar haben Torrichter aufgrund ihrer idealen Position einen perfekten Blick auf das Geschehen, doch die Vergangenheit beweist, dass sich menschliche Fehler nicht komplett ausmerzen lassen. Vor allem nach den neusten Ereignissen bei der EM sehen zahlreiche Experten das Experiment Torrichter als gescheitert an. Selbst die FIFA steht offenbar kurz davor, eine Überwachung der Torlinie mit neusten technischen Mitteln einzuführen. Die UEFA hält allerdings noch an dem Experiment fest und bezeichnet die fatale Fehlentscheidung im Spiel England gegen die Ukraine bei der EM als absolute Ausnahme. Ob die UEFA mit solch einer Argumentation überzeugen kann, scheint nach jetzigem Stand fraglich.

Welche Technologien könnten in Zukunft zum Einsatz kommen?

Es wird derzeit an verschiedenen Lösungsansätzen gearbeitet, die Situationen wie im gestrigen Spiel verhindern sollen. Im Allgemeinen wird zumeist der „Chip im Ball“ gefordert.

Doch was genau bedeutet dies?

Es gibt verschiedene Möglichkeiten, durch technische Mittel zu überprüfen, ob der Ball im Tor war oder nicht. Eine ist der Einsatz des Hawkeye-Systems, welches bereits seit Jahren im Tennis angewandt wird und vor knapp drei Wochen in einem Freundschaftsspiel getestet wurde. Eine Auswertung des Versuchs wurde noch nicht veröffentlicht. Überdies wurde auch die sogenannte GoalRef-Technologie, ein Funksystem zur Erkennung, ob der Ball die Linie überschritten hat, im Mai in der dänischen Liga getestet. Auch hier gelangten bisher keine Testergebnisse an die Öffentlichkeit. Sicher scheint aber die Tatsache zu sein, dass in der heutigen Zeit eine Umsetzung in Form von einem Chip im Ball durchaus möglich zu sein scheint.

Fazit:
Insgesamt ist zu erkennen, dass der Aufschrei nach technischen Hilfsmitteln immer größer wird. Zuletzt machte vor allem Felix Magath Schlagzeilen, indem er folgenden Beitrag in dem Online-Netzwerk Facebook verfasste: „Es ist Zeit zu handeln! Ich appelliere an Verbände wie nationale Ligen, endlich praktikable Torlinien-Technologie einzuführen, die unseren Sport von der Ungerechtigkeit solch eklatanter Fehlentscheidungen befreit.“
Welche Technologie im Detail zum Einsatz kommen wird, ist für die meisten Fußballfans von geringer Bedeutung. Wichtiger ist, dass der sogenannte Chip im Ball überhaupt kommen wird.

Screenshot, Video:MusicUplouder2012/youtube- Ukraine vs England Tor Skandal 3D Analyse EM 2012 19.6.2012

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