Neue Enthüllungen über das Verhalten der Familie der schwedischen Königin während des Dritten Reiches haben Königin Silvia in schwere Bedrängnis gebracht. In einem Dokumentarfilm auf dem schwedischen Kanal TV4 zeigte der Historiker Mats Deland die Verschickungen des Vaters der Königin in die NS-Maschinerie. Demnach soll ihr Vater Walter Sommerlath aktiv von den nach dem Pogrom des 9. Novembers 1938 einsetzenden “Arisierungen” profitiert haben, indem er eine Fabrik erwarb, die von einem deutschen Juden vorher zwangsenteignet wurde. In dieser Fabrik sollen dann während der Kriegsjahre kriegswichtige Materialien hergestellt worden sein.

Dies ist nicht die erste Enthüllung über ihren Vater und dessen NS-Vergangenheit. Bereits im Jahr 2002 ist bekannt geworden, dass er nach der Regierungsübernahme der Nationalsozialisten 1933 der NSDAP als Mitglied beitrat. Königin Silvia tut sich mit diesen Enthüllungen etwas schwer. Anstatt ein klares Statement zu diesen Enthüllungen zu geben, anstatt reinen Tisch zu machen, und von sich aus Details über die Nazi-Vergangenheit ihres Vaters preiszugeben, anstatt sich auf diese Art von ihm zu distanzieren, scheint für die Königin nicht so sehr die Nazi-Vergangenheit des Vaters als vielmehr die Enthüllungen darüber das eigentliche Problem zu sein.

In einem Interview versuchte sie sogar auf sehr zweifelhafte Weise ihren Vater zu verteidigen. Trotz der recht klarer Indizien der NSDAP-Mitglied des Vaters versteifte sich die Königin auf die Aussage, dass ihr Vater im Dritten Reich gar nicht politisch aktiv gewesen sei. Vielmehr stellte sie das ganze Dritte Reich als eine abstrakte Maschinerie dar, der man sich nicht so einfach hätte entziehen können. Dass ihr Vater als Individuum, als Parteimitglied und als Käufer von Arisierungsunternehmen wahrscheinlich etwas mehr war als nur ein Rädchen in einer anonymen Maschinerie, passt nur schwer zu den Äußerungen der Königin. Der deutsche Historiker Rafael Seligmann hat sich angesichts dieser Erklärungsversuche sogar zur Aussage genötigt gesehen, dass die Art und Weise, wie die schwedischen Königin über das Dritte Reich spricht, an die Art und Weise erinnerte, wie sich einst Adolf Eichmann für seine Taten vor einem israelischen Gericht zu verantworten versuchte – was Seligmann als jämmerlich bezeichnete (http://www.abendblatt.de/vermischtes/article1760807/Eichmann-Vergleich-trifft-Koenigin-Silvia-hart.html).

In Schweden dürften diese Enthüllungen zur weiteren Erosion des Images des Königshauses beitragen, nachdem bereits im November vergangenen Jahres Enthüllungen über König Carl Gustav und dessen Sex-, Rotlichtmilieu- und Drogeneskapaden bekannt geworden sind.

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