I HATE MY FACE: Wenn Twitter das Tagebuch ersetzt

I HATE MY FACE: Wenn Twitter das Tagebuch ersetzt
Was twittert mir denn da??
Das Internet ist mit seiner Anonymität, und den praktischen anwendungen, dass beliebteste und größte Medium unserer Zeit. Neben kommerziellen Portalen nutzen auch immer mehr Privatpersonen das Netz, um ihre Gedankengänge oder Ideen zu veröffentlichen. Dies tun sie meistens über Blogs oder dem internationalen Sozialnetzwerken Facebook oder Twitter.

Kurzes Gezwitscher zu allen Freunden
Auf Twitter kann jeder eingeloggte Benutzer Nachrichten von maximal 140 Zeichen veröffentlichen, die dann alle seine Freunde empfangen und lesen können. Dieser weltweite Austausch ist teilweise von informativer Natur, weshalb auch viele Politiker oder andere wichtige Personen und Organisationen Tweets benutzen, um sich der Welt mitzuteilen. Andererseits wird das Sozialnetzwerk natürlich auch von vielen Menschen genutzt, die nur Gedanken oder eben auch Belanglosigkeiten veröffentlichen. Dabei wird im Normalfall nicht der richtige Name des Benutzers genutzt, sondern ein Nickname, welcher ihm eine gewisse Anonymität verleiht.

Twitter! Das Tagebuch 2.0
Diese Anonymität ermöglicht es vielen Twitternutzern, Dinge zu schreiben, die sie normalerweise nicht überall erzählen würden, wobei sie sich gleichzeitig bewusst sind, dass jeder ihrer Twitterfreunde das Geschriebene lesen kann. So wird das Bloggingprogramm für eine große Anzahl von Nutzern zu einer Art digitalem Tagebuch, in das jeder Einsicht hat. Interessanterweise heißt eine der weltweit häufigsten Nachrichten, welche getwittert wird, “I hate my face!”.

Vertrauen auf Unerkanntheit oder Hilfeschrei?
Wenn man sich fragt, wie es kommen kann, dass einer der häufigsten Tweets international die Unzufriedenheit mit dem eigenen Aussehen beinhaltet, lassen sich im Prinzip drei Hauptvermutungen aufstellen.


Entweder handelt es sich dabei um einen Twitterbenutzer, der sich in dem kurzen Blog so unerkannt fühlt, als würde er Tagebuch schreiben und der somit schlichtweg nicht daran denkt, dass viele andere Menschen seinen Hass auf sein eigenes Gesicht mitbekommen.
Andererseits ist es aber auch möglich, dass der Schreiberling sich in seiner Verzweiflung über seine scheinbare Hässlichkeit von allen Menschen seines Umfeldes so sehr unverstanden fühlt, dass er seine letzte Zuflucht bei seinen Freunden sucht, die ihn über seine Tweets lesen. In diesem Fall verspricht sich derjenige, der “I hate my face” schreibt auch, dass er über die Anonymität im Netz eher Hilfe bekommt als außerhalb.

Was hat es mit I HATE MY FACE auf sich?

Natürlich gibt es auch noch eine weitere Möglichkeit, warum eine weltweit lesbare Nachricht “I hate my face” betitelt sein sollte und das ist Streben nach Aufmerksamkeit. Größtenteils sind es Jugendliche, die nach Bestätigung suchen, indem sie verzweifelte Botschaften dieser Art ins internationale Netz senden. Die zu erwartenden Kommentare ihrer Freunde, dass sie doch gut aussehen, sind in diesem Fall der Erfolg, den sie sich erhoffen.

JoshSemans/flickr.com ^

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